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Letzte Änderung: 21. September 2016

Die Geschichte des VIX

In den frühen Zeiten des Internet kam es - speziell in Europa - gar nicht selten vor, dass der Datenverkehr zwischen zwei Internet-Anwendern aus derselben Stadt zweimal die Landesgrenze oder sogar den Atlantik überqueren musste, weil die beiden Benutzer Kunden bei verschiedenen ISPs (Internet Service Provider) waren und die Datenpakete zuerst zum nächsten gemeinsamen Netzwerkknoten und von dort wieder zurückgeschickt wurden. Um solche Umwege zu vermeiden, wurden im Laufe der Zeit überall dort, wo mehrere voneinander unabhängige ISPs in der gleichen geographischen Region tätig sind, so genannte Internet Exchange Points eingerichtet.

Der Vienna Internet eXchange (VIX) ging 1996 aus einer Initiative des EDV Zentrums der Uni Wien hervor. Er umfasste bilaterale Peering-Vereinbarungen zwischen den ersten österreichischen Internet Service Providern ACOnet, EUnet GmbH, IBM Global Network, VIAnet und APA. Die Voraussetzung zur Anbindung weiterer ISPs war somit gegeben.

Ziel war, den lokalen Internetverkehr möglichst lokal zu halten um die teuren Weitverkehrstrecken zu entlasten und gleichzeitig eine Erhöhung des Verkehrsdurchsatzes sowie eine Minimierung der Verzögerungszeiten zu erreichen.

1999 teilten sich bereits 33 ISPs 5 Racks im neuen Institutsgebäude der Universität Wien (NIG), was jedoch zu Engpässen führte. Im selben Jahr noch bekam der VIX einen neuen Raum mit Klimatisierung, USV und 21 Racks im NIG.

Im Jahre 2001 waren es bereits 70 Internet Service Provider, die am VIX teilnahmen. Darunter befanden sich außerdem auch ausländische ISPs wie beispielsweise die Deutsche Telekom und  Cable&Wireless aus den USA.

Um dem erhöhten Platzbedarf und dem wachsenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden war eine Erweiterung des Vienna Internet eXchange auf einen zweiten Standort und die Erneuerung der Hardware notwendig, da die Universität Wien weder die Platz- noch die Personalressourcen hatte, um mehr Racks aufzustellen.

Die europaweit tätige Firma Interxion in Wien/Floridsdorf erfüllte die Anforderung, dass Eigentümer und Betreiber selbst nicht um kommerziellen Carrier/Telekom- oder ISP Business tätig sind. Die Neutralität des VIX blieb somit erhalten und noch dazu konnte Interxion ausreichend Fläche aufweisen.

Diese Entscheidung für einen Partnervertrag mit Interxion erwies sich als goldrichtig, da seit Beginn der Partnerschaft eine sehr gute Zusammenarbeit besteht.

2006, 10 Jahre nach Gründung des Vienna Internet eXchange war abermals eine Hardwareerneuerung notwendig, da die alten Geräte ans Ende ihre Leistungsfähigkeit gelangt waren. Im Zuge dessen wurden 2 Terabit Switches mit einem maximalen Datendurchsatz von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde angeschafft. Die Umstellung gelang reibungslos Ende März 2006 in Zusammenarbeit mit Interxion und Siemens. Ein kompletter Ausfall des VIX konnte vermieden werden.

Momentan beträgt das Volumen des Peering Verkehrs am VIX 1 Gigabyte pro Sekunde, das sind ca. 100 Terabyte pro Tag. In den letzten Jahren ließ sich eine Verdoppelung des Volumens pro Jahr beobachten.