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Letzte Änderung: 04. August 2019

Geschichte des VIX

In den frühen Zeiten des Internet kam es - speziell in Europa - häufig vor, dass der Datenverkehr zwischen zwei Internet-BenutzerInnen aus derselben Stadt zweimal die Landesgrenze oder sogar den Atlantik überqueren musste, weil die beiden BenutzerInnen über zwei verschiedene ISPs (Internet Service Provider) angebunden waren. Die Datenpakete wurden in diesem Fall zuerst zum nächsten gemeinsamen Netzwerkknoten und von dort wieder zurückgeschickt. Um solche Umwege zu vermeiden, wurden im Laufe der Zeit überall dort, wo mehrere voneinander unabhängige ISPs in der gleichen geographischen Region tätig waren, sogenannte Internet Exchange Points (IXPs) eingerichtet.

Der Vienna Internet eXchange (VIX) entstand 1996 aus einer Initiative des EDV-Zentrums der Universität Wien. Er umfasste bilaterale Peering-Vereinbarungen zwischen den ersten österreichischen Internet Service Providern (ACOnet, EUnet GmbH, IBM Global Network, VIAnet, APA) und bildete die Voraussetzung zur Anbindung weiterer ISPs. Ziel war es, den lokalen Internetverkehr möglichst lokal zu halten, um die teuren Weitverkehrstrecken zu entlasten, den Datendurchsatz zu erhöhen und die Verzögerungszeiten zu minimieren.

1999 mussten sich bereits 33 ISPs fünf Racks im Neuen Institutsgebäude (NIG) der Universität Wien teilen, was zu Engpässen führte. Noch im selben Jahr erhielt der VIX daher einen neuen Raum im NIG mit Klimatisierung, USV und 21 Racks.

Im Jahr 2001 war die Zahl der VIX-Teilnehmer auf 70 angewachsen, darunter auch ausländische ISPs wie z. B. die Deutsche Telekom und Cable&Wireless aus den USA. Der erhöhte Platzbedarf, der an der Universität Wien nicht gedeckt werden konnte, und das wachsende Verkehrsaufkommen erforderten die Erweiterung des Vienna Internet eXchange auf einen zweiten Standort sowie eine Erneuerung der Hardware.

Die europaweit tätige Firma Interxion in Wien-Floridsdorf (21. Bezirk) konnte ausreichend Fläche bieten und erfüllte zudem die Anforderung, dass Eigentümer und Betreiber selbst nicht im kommerziellen Carrier-/Telekom- bzw. ISP-Business tätig sind - die Neutralität des VIX blieb somit erhalten. Diese Entscheidung für einen Partnervertrag mit Interxion erwies sich als goldrichtig, da von Beginn an eine sehr gute Zusammenarbeit besteht.

2006, 10 Jahre nach Gründung des Vienna Internet eXchange, war abermals eine Hardware-Erneuerung notwendig, da die alten Geräte an das Ende ihre Leistungsfähigkeit gelangt waren. Im Zuge dessen wurden zwei Terabit-Switches mit einem maximalen Datendurchsatz von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde beschafft. Die Umstellung erfolgte Ende März 2006 in Zusammenarbeit mit Interxion und Siemens und gelang reibungslos - ein kompletter Ausfall des VIX konnte vermieden werden.

Ende 2006 betrug das Volumen des Peering-Verkehrs am VIX ca. 1 Gigabyte pro Sekunde, das sind ca. 100 Terabyte pro Tag. In den Jahren zuvor ließ sich eine Verdoppelung des Volumens pro Jahr beobachten.